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Studioablauf

Für eine Studioproduktion ist es wichtig sich mit dem Techniker (Produzenten) über das Ziel der Studioaufnahmen zu unterhalten. Der Technikus kann sich dann Gedanken über die Vorgehensweise machen und bietet dann die Möglichkeiten an, die zum Ziel der gewünschten Produktion führen.

Du gehörst auch zu Punkt 3, dann solltest Du hier weiterlesen.

Wie entsteht ein Song im dk-tonstudio?

Wir gehen hier mal von der klassischen Bandbesetzung aus. Drums, Bass, Gitarren, Keys, Gesang und etwas Perkussion. Gebucht wurde ein Studiowochenende.

Als Erstes wird das Drumset im Aufnahmeraum aufgebaut, gestimmt und Mikrofoniert. Das kann schon mal 2 Stündchen dauern. Zeit für die Musiker die damit nichts zu tun haben einen Kaffee oder was Anderes zu schlürfen. (natürlich haben auch sie ihre Instrumente zumindest schon griffbereit ausgepackt)

Nun werden die anderen Instrumente an die Technik angeschlossen und ein bis zwei  Mikrofone für den Gesang bereitgestellt. Anders wie der Schlagzeuger, der ja im Aufnahmeraum hinter seinem Drumset mit Kopfhörern sitzt, befinden sich die anderen Musiker direkt bei der Technik.

Also bis jetzt ist alles so wie im Proberaum, nur das der Drummer sein eigenes Zimmerchen hat.

Die Technik wird so eingerichtet, dass sich jeder Musiker über die Boxen im Regieraum hört, beziehungsweise der Drummer sich und die restliche Band gut auf den Kopfhören hört.

Nun wird es so langsam Ernst. Der Techiker gibt den ersten Song zur Aufnahme frei. “ AUFNAHME LÄUFT” Der Drummer zählt an und los geht es.

ACHTUNG: Das Ziel dieser Aufnahme ist ein guter Drumtake und nicht eine perfekte Bandaufnahme. Der Song wird wie gewohnt von der Band gespielt, dient aber nur dazu, dass der Drummer den richtigen Groove, das richtige Tempo, die Breaks an der richtigen Stelle spielt.  Es spielt absolut keine Rolle, ob sich der Bassmann mal verzockt, der Sänger den falschen Text singt und das Solo total daneben gegangen ist. Wichtig ist nur ein gelungener Drumtake, sonst nichts. ( Die hier eingespielten Spuren dienen lediglich der Orientierung und werden in der Regel später durch neue Aufnahmespuren ersetzt.

Das wird jetzt sooft gemacht bis der gewünschte Drumtake im Kasten ist, oder so viel Material vorhanden ist, dass dieser vom Techniker perfekt zusammengeschnitten werden kann.

Die Band hört sich den erarbeiteten Drumtake an. Entspricht er den Vorstellungen der Musiker geht es weiter mit dem nächsten Song. Erfahrungsgemäß geht das so bis Mitternacht. Weil die meisten Bands mit Übernachtung buchen, werden noch ein paar Bierchen getrunken und die Luftmatratzen aufgepustet.

Während die Musiker sich ein gutes Frühstück genehmigen ist der
Technikus schon dabei die am Vortag eingespielten Drumtakes sauber zu machen.

Es beginnt der Bassmann. Er spielt seine Parts für den ersten Song ein paar mal ein. Üblich ist das direkte Einspielen der Bassgitarre über die vorhandene Studiotechnik. Also ohne Bass-Amp. ( Wer eine Aufnahme über Bass-Amp haben möchte, kann das natürlich gerne bekommen, meistens klingt es aber schlechter und ist wegen der Mikrophonie etwas zeitaufwendiger. Gemeinsam mit dem Techniker wird dann daraus ein perfekter Basstake geschnitten, der nun richtig schön zum eingespielten Drumtake läuft.  Das klingt jetzt schon ma ganz anders wie auf der Pilotspur.

Nun können die Gitarristen zeigen was sie drauf haben.

STOP: Der Gitarrensound

Anders wie beim Bass werden hier die Gitarrenamps mit Mikrophonen abgenommen. Bei der Fertigung des ersten Song sollten sich die Gitarristen etwas an Zeit gönnen um den gewünschten Sound herauszufinden, der dann auch für die folgenden Songs seine Gültigkeit haben sollte. Ist gerade dieser doch für das Gesamtergebnis von Bedeutung. Jetzt noch etwas Luxus bei der Aufnahme. Für jeden Gitarrensound bekommt der Gitarrenmann eigene Spuren. Cleane Sounds und Distortionsounds werden getrennt von einander eingespielt. Ein Umschalten mit dem Fußschalter während der Aufnahme ist also nicht nötig.

GANZ WICHTIG: Immer wieder mal das Instrument stimmen. Alles im Kasten, werden jetzt von der Technik die Spuren zusammengeschnitten.

Jetzt sind wir einem Song schon einen ordentlichen Schritt nach vorne gekommen.

Haben wir Keyboards?  Die Keyboarder sind Studiotechnisch arme Kerle. Der Sound steht und meistens sind sie so gut, dass oft ein Take schon reicht. So richtig kommen die nicht auf ihre Kosten.

Macht dieser aus einem musikalischem Werk erst einen Song. Überzeugender Gesang sorgt für eine überzeugende Produktion. Also songdienlich sollte er sein. Erlebe es immer wieder, dass Sänger schlaff (ist vielleicht besonders cool) vor dem Mikrofon stehen. So klingt es dann auch. Wenn der Techniker merkt, da geht noch was, setzt er seine ganze Überzeugungskraft ein, dass es doch besser ist, wenn sich der Sänger vor dem Mikrophon wie ein Frontmann auf der Bühne benimmt. Das kommt wirklich gut und macht aus der Produktion das, was sie auch verdient hat. Auch hier wird von der Technik ordentlich geschnipselt. Hier werden auch ein paar Vorschläge gemacht, wie die Vocals Soundtechnisch klingen könnten.

Während der gesamten Produktionszeit wurde schon hier im dk-tonstudio am Mix rumgeschraubt. Dieser wird jetzt noch etwas verfeinert. Meistens ist es jetzt so Kaffeetrinkerzeit. Nach einem Datenbackup geht es weiter zum nächsten Song. Das geht jetzt bis Sonntagabend so weiter. Song für Song. Drei Tage nonstop Musikfragmente in die Ohren des Technikers ist ein ganz schön harter Job. Auch wenn der ja eigentlich immer nur in seinem Regiestuhl abhängt. Wenn er sich auch bemüht nen super Mix hinzulegen, gelingt das nicht immer sofort. Darum ist es doch schön zu wissen, dass für einen Nachmix noch einmal Zeit zur Verfügung gestellt wird, nachdem die Musiker ihre Werke Zuhause auf den heimischen Anlagen oder im Auto abgehört haben. 

Die Produktion sollte in Sache Sound einer Produktion wie man sie täglich im Radio zu hören bekommt in nichts nachstehen. Das ist in diesem Studio kein Problem und stets das Ziel von mir, dem Techikus "günni"

Ich hatte vor Jahren einmal eine Studioanfrage: Günni, wir haben 16 Songs einstudiert. Was kosten bei Dir 3 Stunden Studio?

Ja so extrem kann die Vorstellung auseinander gehen, wie lange man für eine Produktion benötigt. Wenn man sich das nun alles durchgelesen hat, müsste eigentlich klar sein, dass auch der hier  beschriebene Weg zum eigenen Song eine recht zügige Produktion ist. Spätestens wenn Du eine solche Produktion mal mitgemacht hast, weißt Du, was für eine Maloche das ist........... ( Maloche die allerdings Spaß macht )

Sologitarrist zum Techniker nach der 32igsten Runde...
günni....... nur noch einen Take bitte,
... bitte noch einen.
nur noch ein mal
aber jetzt
wirklich nur noch einmal
ja, ja
(.... weitere 17 Takes )
ich glaub , wir nehmen doch das dritte Solo
 

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